zwischen Genie und Wahnsinn

Lebensweg


Dunkle Schatten,
grauer Himmel-
Flucht in die Unendlichkeit.
Eine Armee
mit dürren Ärmchen
ist die Allee,
durch die ich wandle.


Schimmernde Regentropfen
auf dem Asphalt,
grausige Stille,
nur die Stimme
im Chaos des Gedankenstromes.


Kein Blick zurück
auf die Gesichter der Gespenster.
Sie spuken-
jaulen mit grausiger Stimme
in der Vergangenheit.


Hörst du ihre Schreie?
Hörst du das Flehen,
das Weinen?
Die Schuld
windet sich wie eine Schlange,
erdrückt dich,
bis der letzte Atemzug
die Klagen der Geister beendet.


Die Straße
liegt dunkel und leer.
Nur lose Blätter,
wie Fetzen der Erinnerung,
die du nicht einfangen kannst.


So wandeln wir,
gefangen in der Zeit.
Nur selten
steht am Wegesrand
ein Wesen, winzig klein,
es nimmt uns mit,
das Wesen Hoffnung.
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Weisheit

Sieh her, mein Kind,

blick auf die Welt.

Es ist des Schicksals’ Los,

das uns gefangen hält.

 

 

Sind wir noch jung, so wandeln wir

durch wundervolle Gassen.

Doch allzu bald steh’n wir in Sümpfen,

sind ohne Halt allein gelassen.

 

 

So manches Mal wird uns gereicht

zur Flucht ein dünnes Seil.

Nur oft taucht aus dem dunklen Moor

ein garstig’ Seel’, bringt dir Unheil.

 

 

Kannst du dennoch dies’ Seil erhaschen

wirst du auf grünen Wiesen geh’n.

Doch windet sich sobald dein Pfad,

genieß’ es, kurz die Sonn’ zu seh’n.

 

 

Doch, mein Kind, so glaube mir,

Nicht furchtbar schlecht ist diese Welt.

Denn hast du Einen, der mit dir geht,

wird dir so oft das Glück bereitgestellt.

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Die Gefangenen

Sie stehen am Ufer, Gischt schäumt auf,

ein Rauschen erklingt aus dem Meer.

Zeit zieht endlos, nimmt ihren Lauf,

so stehen sie, kennen sich nicht mehr.

 

Erinnerungen vergangener Jahre fliegen dahin,

in schöneren Zeiten liebten sie sich sehr.

Beieinander zu bleiben hat doch keinen Sinn,

doch sich zu trennen fällt einfach zu schwer.

 

 

So machte der Alltag Gefangene aus Beiden,

das Leben ging weder vor noch zurück.

Sie können sich ja noch immer gut leiden,

doch sie wurden verlassen vom ganz großen Glück.

 

 

Sie wollte Romantik und kleine Kinder,

ein Leben voll Feiern im eigenen Heim.

Er war für Filme und Essen vom Inder,

mied die Gesellschaft, war lieber allein.

 

 

 

So stehen sie weiter im Abendrot,

die Sonne ist längst hinter Wolken versunken.

Ihr Herz ist erkaltet und seines ist tot,

doch leben sie weiter, fast wie betrunken.

 

 

 

Die Sucht nach der absoluten Perfektion

schuf ihnen ein Harren in Selbstmitleid.

So zeigt uns das Leben eine Kreation

von furchtbar alltäglicher Grausamkeit.

 

 

 

 

 

 

Der Clown 

Er steht im hellen Lichterschein,

Hunderte Augen blicken ihn an.

Musik erklingt, er ist der Clown,

der sie alle zum Lachen bringen kann.

Die Maske hat er sich aufgesetzt,

ein Lachen vor grausigem Mienenspiel.

Denn hinter der Farbe, wo keiner es sieht,

da fühlt er sich einsam, da weint er viel.

 

 

Er wollte die Menschen erfüllen mit Glück,

dem Zirkus Fortuna und Tyche sein.

Doch wenn er es bei sich selbst nichtmal schafft

ist all seine Fröhlichkeit teuflischer Schein.

Nach der Vorstellung erblickt er sein Spiegelbild,

sein Lachen zerbröselt zu Staub.

Dahinter das Menschlein, ein Scherbenhaufen,

der Clown ist verschwunden, die Seele ist taub.

 

 

So sitzt er in seinem Zirkuswagen,

ein Clown, ein Mensch, wer weiß das schon.

Er hatte den Wunsch nach Lebensmut,

nun ist sein Leben der reinste Hohn.

Im Zirkuszelt sind die Ränge geleert,

die Lichter erlöschen, die Menschen geh’n heim.

Was bleibt, ist der Clown, in Tränen versunken,

er fühlt sich betrogen, ist nun ganz allein.