zwischen Genie und Wahnsinn

Gedichtchen und so

Reise

Wir drehen durch, wir sind dabei

Noch nie war uns der Weg zu weit.

Sind so verletzt und so verbraucht,

ein Funkeln, grad am Himmel aufgetaucht.

Kein Hoffen und kein Warten mehr,

versink mit mir im Sommermeer.

Frei für diesen einen Tag,

was das Leben uns auch bringen mag,

im Hier und Jetzt sind wir bereit

für ein Stück Unendlichkeit.

 

Es geht immer wieder weiter,

dort hinter’m Horizont,

es geht immer wieder weiter,

dort wo die Freiheit thront,

denn wir haben doch nichts zu verlieren.

 

Komm mit mir und denk nicht nach,

segle auf dem Wolkendach.

So perfekt ist der Moment,

sieh nur wie die Zeit verrent

und wie hoch die Sorgen steigen,

wenn wir uns nicht vor ihnen beugen.

Wir sind Denker oder Dichter,

malen leuchtende Gesichter

auf die Zeiger dieser Zeit,

leben die Unendlichkeit.

 

Es geht immer wieder weiter,

auch wenn Regen uns durchnässt,

es geht immer wieder weiter,

auch wenn die Hoffnung uns verlässt,

denn wir haben doch nichts zu verlieren.

3 Kommentare 14.5.07 20:23, kommentieren

Für Opa

 14. September 1926 - 27. Februar 2007

Du hast es nicht geschafft,

hast gekämpft

und musstest aufgeben.

Warst ein Kämpfer,

mehr als 80 Jahre lang,

hast so viel gesehen

und doch nie vergessen.

Hast gelebt

und hast geliebt,

hast gelitten

und gewonnen.

Du bleibst ein Teil von uns,

wirst nie ganz fort sein,

zu lange warst du da

und wir alle

haben dich doch so lieb.

1 Kommentar 27.2.07 19:02, kommentieren

Serenade für Zwei

Hast du gesehen, wie der kleine Stern

in deinem Haar sich fangen lässt?

Erfüllt dir Wünsche, aus Wolkentürmen,

am weiten Himmel, so unglaublich fern.

 

 

In deinen Augen funkelt leise

Der Harfenklang des Himmelsstaubes,

umgeben von warmen Sommerwinden,

spielt Sinfonien, in schönster Weise.

 

 

Komm flieg mit mir, vorbei an Zauberwelten,

wo Irrlichter im düstren Nebel tanzen,

wo die Magie des Augenblicks

und keine Regeln gelten.

 

 

Unserer Herzen Verbundenheit

weist uns den Weg zu unendlichem Glück.

So werde ich ertrinken in deinen Augen,

verloren in seeliger Ewigkeit.

 

 

Aus diesem Traum nie mehr zu erwachen -

gefangen in Zauber des Moments.

So starb ich in deiner Gedankenwelt,

im Herzen dein Leuchten, im Geiste dein Lachen.

 

1 Kommentar 4.12.06 17:01, kommentieren

Das Gedicht von der Ente

Es war mal eine sehr kleine Frau,
mit 'nem Erpel, australisch-britischer Stil.
Sie nahm die Potenz nicht ganz so genau,
aber das Tier quakte und schnatterte viel.


Doch weil die Ente so träge und böse war,
musste die Dame sie einfach hassen.
Für das gemeine Federvieh ist sie nun der Star,
hasst sie genauso, kann's einfach nicht lassen.

 

 

Für den Mann, von dem ich irgendwann Kinder bekommen werde, Basta!

Ich hasse dich eh schon mehr als wo überhaupt möglich und sowieso ganz viel mehr als wie du mich      

 

7 Kommentare 26.10.06 00:42, kommentieren

Das Horn im Korn

Es sitzt ein kleines Eichenhorn
Do Da Da
Auf einem Halm im weiten Korn.
Do Da Da


„Was mach ich hier?“ fragt sich das Horn,
Fidel Di Dei
„Ich bin doch für die Eich’ gebor’n.“
Fidel Di Dei


Doch auch der böse Taiga-Tiger
Do Da Da
Findet sich im Kornfeld wieder.
Do Da Da


Da sah das Horn den Tiger steh’n,
Fidel Di Dei
Ließ sich vor Angst sein Eich entgeh’n.
Fidel Di Dei


Es rannte ängstlich durch die Flur
Do Da Da
Was machte da der Tiger nur?
Do Da Da


Der Taiga-Tiger nahm’s gelassen,
Fidel Di Dei
Wollt’ er das Horn doch gar nicht fassen.
Fidel Di Dei


Sann er nur nach dem Weg zurück,
Do Da Da
In sein großes Taiga-Glück.
Do Da Da


So starb das Horn bald ganz allein,
Fidel Di Dei
Wollt ohn’ sein Eich nun nicht mehr sein.
Fidel Di Dei


Have Fun

14.8.06 19:33, kommentieren

gefühl

wenn ich rede
dann an dir vorbei
zeit hat ihre wunden tief
in meine seele gegraben


ich versuche dir zu geben
warum bekomme
ich nichts zurück
aus den tiefen deiner gefühle


bist du taub
kannst du mich nicht sehen
wie ich vor dir liege
am boden und nicht aufstehen kann


lauf nicht weg
ich kann nicht mehr leben
wenn du nicht bei mir bist
und mich hältst


meine hände sind die
einer alten frau
mein herz das
eines kleinen kindes


bitte, lass nicht los!

14.8.06 19:36, kommentieren

Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.
 

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schliesslich. Und er stand dabei.
 

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagt, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.
 

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend sassen sie immer noch dort.
Sie sassen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.
 

Erich Kästner

 

Das hier ist mein absolutes Lieblingsgedicht, wenn ich es lese oder höre möchte ich weinen und lachen zugleich. Ich hoffe, euch geht es ebenso. Ich danke Erich Kästner dafür, dass er es geschrieben hat und mich damit immer wieder inspiriert.

14.8.06 19:35, kommentieren